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Category : 2012 Nordkap

Schweden – Seen, Wälder & Sonne

Am morgen im leichten Niesel rollten wir vom Hof. Die Nacht im Youthhostel war ganz angenehm. Schon nach kurzer Zeit kam die Sonne raus und wir fuhren bei 16°C die ewigen langen und geraden Straßen durch Birkenwälder. Gegrüßt von Rentieren und Motorradfahrern fuhren wir bei herrlichen Sonnenschein aus Mittelschweden langsam zur Ostsee und dort aßen wir heute das erste Mal in einem Restaurant auf dem Campingplatz. Es gab Elchgulasch mit Kartoffeln und Preiselbeeren & Pizza 😉 mit 4 Heinecken. Ach und …weiterlesen…

Pampa

Vollgetankt ging es los gen Schweden und nach 70km verließen wir schon wieder Finnland.
Die Ecke, die wir erlebten, war ausgestorben. Viele Häuser waren beschädigt, leerstehend und es waren keine Menschen zu sehen. Das Land selbst war sehr sandig wodurch jeder See hier einen Strand besaß.
Auf der Strecke selbst war wenig los. Um wach zu bleiben schickte der Wald uns immer wieder ein paar Rentiere auf die Straße.

Diese völlig verpeilten Tiere rennen völlig unkontrolliert von links nach rechts und zurück, und scheinen gefallen an Motorengeräuschen zu haben, denn sie rennen einem entgegen.
Irgendwann fanden wir in Vittangi eine Elchfarm und konnten dann diese riesigen Tiere berühren und uns wurde einiges zu ihnen erzählt.
Einige von ihnen sind Waisen, denn ihre Eltern wurden zum Beispiel von Bären gerissen.
Ein paar Fakten:
1000 Bären & 600.000 Elche gibt es in Skandinavien, sie ermähren sich von Blättern und sind wie Kühe Wiederkäuer. Sie werden bis zu 600kg schwer und ihre Schultern erreichen bis zu 2m. Sie können aus dem Stand 2m hoch springen und bis zu 60km/h schnell rennen. Eine Geweihhälfte von nem 6 Jahre alten Elch wiegt 6kg …

Als wir weiterfuhren stellten wir dann ziemlich zügig fest, dass hier weit und breit keine Tankstellen zu sehen waren. Und so schafften wir es auf dem letzten Tropfen nach 320km die Pferde vollzutanken (max 15,5L)

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Nasssssssss

Der Tag fing ganz gut an, doch nach einer Stunde Fahrt fing es an zu regnen und es hörte nicht auf… es war zusätzlich kalt und einfach nur nassss … Zwischendurch waren immer mal wieder die Zelte und Souveniershops der Samen (Sumpfbewohner) zu sehen. Eine einzige Bushaltestelle konnten wir auf 150km finden und in der haben wir dann unsere Stulle gegessen und währenddessen die Handschuhe an den Motoren getrocknet. Der Höhepunkt des Tages war dann, als im strömenden Regen kurz vor Finnland meine Susi kein Gas mehr gab. Sie rollte nur noch ganz langsam von 90km/h gegen 0 bis der Motor ausging. Die Freude war riesig und die Spekulationen was es alles sein könnte fingen an meinen Kopf zu durchlaufen. Thomas fuhr schon mal zum letzten Parkplatz und packte die Plane aus, um uns ein Dach zu bauen. Inzwischen schob ich die 270kg Susi übern Asphalt. Dort angekommen startete ich sie einfach und was sollte auch passieren? Sie lief wieder! Seltsam diese Frauen 😉

Ein paar km weiter war es dann geschafft. Susi wurde 30.000km alt – vielleicht hatte sie davor Angst !? Eine Torte konnte ich nicht auspacken, weil es einfach nur regnete… Der 1. größere Ort in Finnland bot uns dann eine sehr günstige Hütte mit viiieelll Platz zum Sachen trocknen, denn die Handschuhe konnten wir auswringen. Die Campingplatzbesitzer sind super nett und boten uns gleich ne Sauna an. Die Sanitären Anlagen hingegen hatten wohl vor 40 Jahren ihre beste Zeit! Es wirkte eher, als hätten wir sie überrascht, denn die Sifons waren teilweise demontiert und von den Toiletten wollen wir mal nicht reden. Warmes Wasser gab es nicht und so ist Thomas eine Hand beim Abwaschen abgefroren. Leider die Rechte, aber er hat ja nen Tempomat!

Nordkap – Yeaaaaaahhhh

Eigentlich wieder alles das Gleiche! Allet schön und schöner und ein Rentier haben wir gesehen als wir bei perfektem Sonnenschein den ruhigen Straßen mit 90km/h langschlichen.

Diese mächtigen Fjorde mit teilweise 100km Ausmaß sind schon enorm. Und erst die Tunnel mit 8km Länge. Ziel war es fast 400km zu fahren um am Samstag Morgen die letzten 100km zum Nordkap zu genießen, doch diese Sonne hat uns soviel Power gegeben, dass wir 12h unterwegs waren und nach 560km in Honningsvåg einen Chickenburger aßen und dann gestärkt die letzten 20km gen Nordkap fuhren!

Um 22:30h rollten wir dann, ohne zu zahlen, an der Mauthütte vorbei und wurden prompt von einer freundlichen Deutschen Servicemitarbeiterin darauf hingewiesen die 235 NOK für das 48h Ticket zu zahlen. Egal, da fährt man 8 Tage und lässt sich doch von nem Eintritt zu 34€ nicht abschrecken! Pahh, da hamn wa gleich noch jeder ein Bier zu 9€ genommen und drauf angestoßen ;)! 0:35h hatte die Sonne dann ihren Tiefststand erreicht und es waren noch bestimmt 100 Leute dort. Doch zu 1:30h dann waren wir allein, haben die Zigarre angemacht und ein paar schöne Fotos vor und auf der Weltkugel geschossen. Das war sooooo schön, dass wir nach dem Freudentanz noch das Zelt bei 5C aufgebaut haben und direkt am Nordkap geschlafen haben. Traumhaft schön und wir haben alles richtig gemacht!

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Schon ganz schön kalt

Zum Frühstück gab’s üblichen bekannten zu sehen … Durch nen kostenlosen WLAN-Zugang haben wir das Wetterradar prüfen können und sich pünktlich im Trockenen gestartet.Vorbei an unendlicher Schönheit und Wasserfällen und Grün und Felsen und Fjorden und diesen immer anders konstruierten Brücken fuhren wir das letze Mal auf unserer Reise zum Nordkap mit einer Fähre. Wer errät, wo es hingeht bekommt nen Lolli! 😉 Am Abend sind wir in Nordkjosbotn eingekehrt und haben hier nen Kühlschrank im Zimmer, der alle 5min startet und 3min später wieder stoppt. Beim Stoppen, kommt die ganze Hütte wieder zum Stillstand. Der hat bestimmt ne Energieeffizienzklasse E. Haben noch nen anderen Motorradfahrer aus dem Erzgebirge getroffen. Er ist zur selben Zeit in Trelleborg gestartet und war schon am Nordkap, war aber über Schweden gefahren. Er hatte ebenfalls häufig Regen und am Nordkap war nur Nebel 🙁 Hoffen wir das Beste !

Über den Wolken …

Morgens habe ich mich auf die Couch im Panoramawohnzimmer gelegt und die letzten 2h dort geschlafen. Nach einem sehr entspannten Aufstehen und Packen haben wir es dann auch mal zum Mittag geschafft loszukommen. In der doch kurzen Tour mit gerade mal 192km haben wir aber dennoch über den Wolken fahren können 692m und konnten sehen, wie aus mehreren Rinnsalen kleine Bäche wurden und diese sich später zu Flüssen entwickelten und zu guter letzt zu Wasserfällen wurden. Am Abend gab es dann mal Spagetti in Tomatenmatsch 😉

Mein erster Elch

The early bird catch the worm … Nur wir essen lieber Stulle mit Wurst & Käse 😉 Nach 9h Schlaf haben wir erstmal die teure Wurst auf’s Brot gelegt und sind wegen der grauen und tiefhängenden Wolken mit Regenklamotten losgefahren. Darin fühlten wir uns wie in Weltraumanzügen – schön warm. An kleinen, großen, breiten, dünnen und mächtigen Wasserfällen vorbei, fuhren sich die Straßen einwandfrei! Die Autos, die und entgegen kamen, konnte man inzwischen an einer Hand abzählen. Dieses türkise Wasser (ihr erinnert euch doch an diese ekelhafte Farbe?) ist echt überall zu sehen. An verschiedenen Fjorden schlängelten sich diese motorradfreundlichen Straßen mit teilweise 180 Gradkurven entlang. Nach einer Stunde erreichten wir die erste Fähre zur Insel Sœmna. Auf dieser Insel wurde mein Traum wahr – ich sah einen Elch! Und ja! er lief, wie es vorher auf dem Schild beschrieben war, von rechts nach links über die Straße und das im besagten Bereich zwischen 300m und 1,5km :). Vor uns zogen sich ca. 600m hohe Felswände hoch, die so mächtig und grau dort standen, als würden sie uns sagen wollen „du kleiner Mensch kommst hier nicht lang“. An ihnen blieben selbst die Wolken hängen und es sah aus als würden sie an dem Berg ihr Wasser ablassen und dieses ergoss sich wieder in unzählig schönen Wasserfällen. Nach insgesamt 4 Fähren ritten wir von der Reichsstraße 17 auf die 12 und suchten eine Unterkunft. Es war schon 21h als wir an einem selbstgemalten Hüttenschild in Alterskjœr vorbeifuhren. Kurz umgedreht und erschrocken, über die Bruchbude, schlichen wir wieder vom Grundstück, als uns der Besitzer entgegenkam. „Die Hütte wäre noch frei“ aber er hätte sein Auto davor geparkt – meinte er. Als er den Weg freimachte und wir ca. 50m durch das Gebüsch liefen sahen wir eine Hütte direkt am See! 45qm, 5 Betten, eine Wirlpooldusche, Küche, Terrasse, großes Wohnzimmer mit Blick übern See und auf die schneebedeckten Berge, Grillplatz und nem eigenen Zugang zum Wasser! Der Hammer! In solch einer Hütte machen andere Sommerpartys. Schöne Luxushütte! Als der Vermieter verschwand zogen wir direkt Badeklamotten an und rannten bei Regen, 15C Luft und 8C Wassertemperatur in den See … Inzwischen ist es 1h morgens, es ist immer noch hell und wir sitzen mit Grog und Keksen in den Sesseln und schauen auf’s Wasser … Was für ein traumhafter Tag!

Reichsstraße 17

Naja, wenn man schon mal kostenloses WiFi hat, dann kann man schon mal von seinem Plan abkommen … und so sahen wir gestern ZDF neoParadise und lachten uns in den Schlaf. Draußen schüttete es immer noch und vor der Hütte entstanden kleine Seen. Als wir heute Trondheim links liegen ließen fanden wir am Trondsheimfjorden eine wunderbaren Platz um eine Pause zu machen. Und eigentlich lud die Wassertemperatur zum Baden ein, doch irgendwie hatten wir bei den ganzen Klamotten keine Lust darauf alles aus und wieder anzuziehen. Hinter dem kleinen Ort bogen wir von der E6 ab auf die Reichsstraße 17 und die macht als Motorradfahrer mal richtig Spaß! Die km flogen nur so an uns vorbei und unsere Augen erfreuten sich an glatte Bergseen die bis zu 1m unter der Straßenkante lagen, an Nadelwäldern die nach frisch geschnittenem Holz rochen und langgezogene Straßen mit seltenem Verkehr und Kurven die richtig schön ausgebaut waren! Nach 355km sitzen wir in Hoylandet in einer 4Personen Kabine und lassen uns auf der Zunge das 0,33L Heinecken für 3,5€ zergehen. Lecker so ein Bier 😉

Sonntag

Gestern Abend haben wir noch nen aufwärmenden Grog getrunken und den Sonnenuntergang betrachtet. Wir haben vergessen Eier zu kaufen, dabei gibts doch Sonntags immer Ei zum Frühstück 🙁 – schade! Aber der Sonnenschein hat schon gereicht um aufzustehen. Gut das wir die Hütte genommen haben, denn Nachts sind es nur so 9C und das ist doch ein wenig heftig. Gegen Mittag fing es leicht an zu nieseln, aber die Kleidung macht noch alles mit. Nun sitzen wir in Rennebu und haben ne richtig luxuriöse Hütte. Danke schön an die Spender 😉 Nach dem Eis werden wir mal Essen zubereiten und mal die Zeitschriften und Bücher durchblättern, die wir bis jetzt sinnlos mitgeführt hatten. Euch eine schöne Woche

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Oslo

Hey, hier wird’s auch noch nicht dunkel. Also konnten wir diese hübschen Schlafmasken tragen. Und dann war es heute Nacht so scheiße kalt, das mir die Haare ausgefallen sind 😉 Ich hatte echt schon den Kopp im Schlafsack und nur noch die Nase draußen. Bibbbbba Morgens um 9h weckte uns dann die Sonne, lecker Frühstück auf der Decke und 🙂 wir werden schneller! 2h und alles war auf’m Pferd. Dann ging’s direkt nach Oslo Sentro (Zentrum) und hoch auf den Holmenkollen und mit Sir Gustav haben wir schön diniert – lecker Erbsensuppe. Nach dem Blick auf die Skischanze fuhren wir dann noch bis kurz vor Elverum und haben uns hier die erste Hütte genommen. Nun kocht uns die Angestellte der Hütte schmackhafte Spagetti überflutet mit Tomatenmatsch …