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Zunge raus es ist Mittsommer

Boah, da habe ich mich wohl gestern selbst übertroffen. Mein innerer Schenkelmuskel vom rechten Bein hat das wohl nicht ganz vertragen. Er scheint am Kniegelenk etwas gereizt. Hmm, das ist heute ja nicht so toll. Es ist 6 Uhr, ich packe meine sieben Sachen und mache mich für meine Wanderung fertig. Wenn es nicht geht, kann ich ja immer noch umdrehen. Versuchen sollte ich es aber – zumindest nach dem Aufwand von gestern. 

Pünktlich um 7:20 Uhr stehe ich an der Bushaltestelle. Steige dort zusammen mit meinem Fahrrad in den Bus ein. So bin ich später flexibel, denn der letzte Bus fährt um 19 Uhr zurück. 



Der Parkplatz ist voll, die Leute stürmen zum Wanderweg. Der alte Pfad auf der Nottreppe der Mågeliban war schon lange verboten und sie existiert leider auch nicht mehr. Ich setze mich, mach mir erstmal n richtiges Frühstück und laufe dann gegen 9 Uhr los.

Letzter checkup- alles dabei. Es kann losgehen.


Der Weg könnte gar nicht unterschiedlicher sein. Der Anstieg ist anstrengend. Mein rechtes Bein verweigert den Aufstieg. So setze ich voll aufs linke 🙂 und es funktioniert. Ganz leicht komme ich ins schwitzen … 

… während andere direkt umkehren. Andere hartgesottene laufen in AllStars nach oben. Ihr könnt euch vorstellen, wie deren Schuhe innen wie außen ausgesehen haben müssen.

Manchmal unumgänglich


Der Pfad kann wirklich alles sein. Manchmal auch nur ein Flussbett. Nachdem die Höhe von 1.000 überschritten ist wird es gruselig. Es geht über Schnee – denkste. Nee, dass ist Eis mit Schnee. Manchmal hört man dann das Rauschen eines Flusses und dann im letzten Moment realisiert man, dass es keine 30 cm unter einem ist.

Da ist wohl einer mal kurz baden gegangen. 😳

Schön ist es trotzdem.

Nach 2 Stunden und 20 Minuten habe ich die entscheidende Stelle von 4 km erreicht. Hier sollte man vor 13 Uhr durchsein, sonst sollte man besser umdrehen. Der starke Aufstieg ist somit erstmal vorbei. Das Wetter spielt heute auch bestens mit und außerdem ist ja heute der längste Tag. Bei Nebel würde ich mich hier übrigens echt verlaufen. Die Abstände zwischen den roten Markierungen sind soweit auseinander, dass es sogar bei Sonnenschein manchmal schwer ist, den Pfad zu finden. 


Weiter gehts über Eis …


… Holzbrücken …

entlang am wunderschön leuchtenden Fjord.

Aber – es zieht sich ……… sowas von. Nach genau 5 Stunden erreiche den Ort des Begehren. Der Ort, der als dritter auf meiner Liste stand. Trolltunga – die Trollzunge und das am 21.6., besser könnte es gar nicht sein. Ähm, doch. Zelten wäre noch das i-Tüpfelchen gewesen, doch dazu hätte ich nen anderen Schlafsack benötigt. 

Was ein Wetter! Es hat sich alles gelohnt, all die Planung und körperliche Anstrengung. Es ist aber auch irgendwie ein schönes Gefühl Muskelkater zu haben. So sitze ich an der Ecke, esse erstmal was, genieße die Sonne und ziehe mir alles an, was ich dabei habe. Denn auch hier sind es nur 8 Grad und es ist windig. Ich schlafe sogar für eine Weile ein, laufe dann etwas herum und finde dieses junge Pärchen mit dem perfekten Spot für eine Nacht.

Da möchte ich auch mal wach werden. Nachts sind es jedoch nur 3 Grad.

Ich gehe auch mal zur Zungenspitze, lasse mich fotografieren und mache mich nach dreistündigem Aufenthalt wieder auf den Rückweg.

Wieder vorbei an Eis …

und über Steine hüpfte ich wie Mario.

Gut die Hälfte der Strecke begleitet mich ein argentinisches Pärchen. Nach 4 Stunden Abstieg sehe ich doch noch einen Bus und lade mein Fahrrad wieder ein. Ich bin überglücklich und falle wieder ins Bett.

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