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unbeschreiblich anstrengend und unglaublich schön …

Ich liege im Zelt und frage mich, ob ich um 6 Uhr im Urlaub aufstehen sollte. Ein Griff zum Wetterradar und die Antwort ist NEIN. In 30 min soll es für 2 Stunden regnen. Ich schließe also wieder meine Augen und werde um 9 Uhr wach. Es hat keinen Tropfen geregnet, aber ich habe gut geschlafen 😀

Nach 2 Stunden packen radel ich entspannt den Berg hinab und stoße einen Freudenschrei aus. Nach einer Weile geht es wieder aufwärts und es wird brütend warm in der Sonne ohne Wind. Danach kommt mein erster Tunnel mit 800m Länge. Boom wurde es dunkel und kalt. 


Nach einer Weile erreiche ich den Hafen von Forsand. Ein schneller Blick auf die Abfahrtszeiten und ich denke „du idiot, warum hast du das nicht vorher geprüft!“ Die fährt nur um 7:20 Uhr. Ein zweiter Blick jedoch zeigt mir, dass dort noch eine in einer Stunde fährt -Yeahhhhh 

Also kaufte ich noch schnell etwas im Coop und aß ein wenig und genoss den Ausblick.



Dabei lernte ich Alan kennen. Er ist 25 Jahre jung, hat seinen Job gekündigt und wird nun mit dem Fahrrad ganz Europa abfahren. 

Wir steigen auf die Fähre …


… fahren am Preikestolen vorbei …


… holen ein paar Wanderer ab …


und genießen die Einstündige Fahrt nach Lysebotn.

Inzwischen haben wir uns geeinigt zusammen zum Kjeragbolten zu fahren und zu wandern. Und zwar heute noch. Ist ja erst 16 Uhr, die Sonne geht hier eh kaum unter. Also satteln wir die Pferde und los gehts. Da schießt Alan davon. Meine Fresse! Ich habe meine 8-Gang Narbenschaltung zu sehr gelobt. Mir fehlt noch ein Gang vor dem Ersten.

So zieht er davon und ich fahre meine Geschwindigkeit. Erst durch den langen Tunnel, dann irgendwann ohne Shirt. Das Wasser läuft aus allen Poren … in Flüssen.


Nach ca. 5km aufwärts finde ich einen Rastplatz und da steht Nils aus Bochum und macht selfies von sich und einem Wasserfall und meint es wäre sehr erfrischend. Ich fackle nicht lange und springe in das 8 Grad kalte Wasser und trockne in Windeseile in der Sonne. Zugleich erhalte ich ein erfrischendes Krombacher aus seinem Auto. Wie schön! Manchmal gibt es doch Oasen!


Danach gehts mit schlechtem Gewissen „was macht wohl Alan gerade“ aber wohl genährt weiter. Uund die Fliegen kleben nicht mehr an mir wie an einem Pferd 😀.


Der „gemeine Leser“ versteht den Text vielleicht gar nicht bzw. kann keine Relation herstellen, um welche Anstrengungen es sich hier handelt. 2 Stunden 15 Minuten später erreiche ich den Parkplatz nach 27 Serpentinen, 10 km und 640 Höhenmetern.

Hier ein Bild zum Verständnis:

Ähm, ja. Die Straße da links. Mit dem Fahrrad und 30kg Extragewicht. Nein, ich würde es nie wieder tun. Niewieder mit dem Rad.

Nach kurzer Erholung wird schon umgepackt und wir machen uns nun für eine dreistündige Wanderungen inklusive Übernachtung im Zelt und Essen auf dem Kjeeag bereit. Hendrik der Parkwächter ist so unglaublich nett und hat unsere überflüssigen Sachen in seinem Haus abgestellt.

So wandern wir weitere 600 Höhenmeter aufwärts.


Zwischen Schnee und Gras hüpfen, schleichen wir über Steine, Bäche und Flüsse. 3 anstrengende Aufstiege liegen vor uns und der Rucksack zieht ganz schön nach hinten. 


So wird es langsam dunkler und windiger, als wir den 5qm Stein in der Felsspalte erreichen.

Unglaublicher ist jedoch der Ausblick zum Lysebotn Fjord.


Wir genießen und bauen dann unsere Zelte auf und kochen uns eine warme Mahlzeit.

Im Hintergrund sieht man die Wolken vom Fjord aufsteigen und um 1 Uhr gehen wir zu Bett. Ich breche gnadenlos zusammen – in mein Kissen.

Nach einem kurzen Regen weckt mich die Sonne im Zelt und ein herrlicher Tag beginnt.

Und wir packen alles zusammen und wandern an der Felskante entlang mit unglaublichen Ausblicken …


… holten noch etwas frisches Wasser vom Wasserfall und dann musste es noch einmal sein

Was für eine Freude! 1.000m ging es unter mir bis in den Fjord. Ein unglaublicher Moment für die Ewigkeit.

Wer möchte da nicht einfach mal mit seinem Basejumpsuit runterhüfen?

Nach intensivem gegucke ging es 3 Stunden lang wieder zurück zum Parkplatz. Muttis Packsackhalterung war perfekt. Danke dafür :*

Ortlieb Tragesystem Extension by Mom


Ein Blick nach hinten zeigt, wie die Steine hier überall wie Brotkrumen auf dem Kjerag-Plateau liegen. 


Ein Blick nach vorn zeigt den Abstieg.


Und wieder geht es am schönen Bächen vorbei …

Aufstieg links mit kleinen Steinbrücken


In den man vorzüglich seine Füße kühlen kann.

Bis zum vorletzten Abstieg


Und dann nur noch ne Stunde bis 

Zum heiligen Parkplatz! Mein Sprit für den Gaskocher ist ausgegangen. Ich müsste noch 27km den Berg hinauffahren, um an eine Tankstelle zu gelangen, die dann aber schon geschlossen hat. Ich wähle Tor „ist mir egal – ich esse auch kaltes Brot“ und fahre nach einem weiteren Lachs Bergab. 

Ging Megaschnell. Ich war in 20 Minuten unten und dachte meine Bremsen qualmen. Dort buchte ich ein Bett im Hostel und da liege ich gerade und schreibe diesen Artikel seit einer Stunde und erfreue mich erneut der Bilder und Momente.


Gute Nacht 😀

2 Responses to “unbeschreiblich anstrengend und unglaublich schön …”

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