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Inca trail – Tag 1

Habe mir ein Zimmer mit einem 19 jährigen Australier geteilt. Alex ist gerade mit der Schule fertig und will nach seiner 2 monatigen Tour mit seinen 2 Schulfreunden (Alex & Hendrik) in New York Sportmedizin studieren. Hmm, wenn er so weitermacht, wie ich ihn kennengelernt habe, dann wird das nix 🙂 .
Nach der 30 minütigen Einweisung musste ich noch einmal los und mir Mülltüten für den ausgeborgten Schlafsack & Matratze und Toilettenpapier kaufen. Interessanterweise gibts in den Bergen nur französische Toiletten ohne Toilettenpapier. Das ist eh schon lustig, weil man hier in Cusco das Toilettenpapier nicht in die Toiletten werden darf, sondern separiert in einen kleinen Eimer – wie bei Oma damals 🙂

Gut, am morgen um 6h klingelt der Wecker. Habe dann meinen Rucksack gepackt und Alex die 2. Toilettenpapierrolle geschenkt. Die 3 19 jährigen Australier haben gestern auch gar nicht an der Veranstaltung teilgenommen. So war er völlig verdutzt als ich ihm erklärte, dass er die Rolle gebrauchen kann.
Er hat sie dann doch im Zimmer liegen lassen, weil sie in seinen 6l Rucksack nicht reingepasst hat.

Von G-Adventures (dem Reiseveranstalter) bekamen wir jeder eine Reisetasche, die mit max. 6kg gepackt werden durfte. 3kg gingen schon für Schlafsack & Matratze drauf.

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Nach dem Frühstück im Hotel ging es dann mit dem Bus los nach Patambamba – einer kleinen Kommune in den Bergen.
Auf dem Weg dorthin nahmen wir noch 5 Schüler mit, die auf der schmalen Straße zur Schule liefen. Selbst mit dem Bus kamen sie 5min zu spät (Schulbeginn 8:30h).

Im Ort selbst wurden uns dann die Unterschiede zwischen Lama & Alpaka erklärt. Jeder konnte sie mal füttern und küssen. Meines wollte nicht 😛

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Die Alpakas haben richtig dickes Fell. Habe einmal reingefasst und meine Finger waren verschwunden.

Auch wie die Quechua (so nennen sich die Bergbewohner und deren Sprache) die Wolle färben wurde uns dort gezeigt.

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Ich bin bei sowas immer skeptisch, weil sie uns auch gleich am Anfang umarmt hatten. Hat sich dann auch bestätigt. Kurz bevor wir wieder losfuhren wickelten sie die zuvor fast fertiggestellten Gewebe wieder auf.
Schöne Show 🙁

Weiter ging es mit dem Bus nach Pisac (wie der gleichnamige Vogel) wo wir einen altes Inkadorf durchliefen.

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Fernando (unsere Guide und zufällig auch noch der beste Freund von Renzo & Annie ist) erzählte dann auch ausschweifend über die Kultur der Inka. Direkt neben dem Dorf befand sich ein Hügel indem viele unterschiedlich große Löcher zu sehen waren. Das war der Friedhof!
Die haben doch echt die Toten in der Embrionalstellung mit Blättern mumifiziert und in den Berg gesteckt. Die etwas wohlhabenden Inka wurden in Steinummauerten Löcher „begraben“. Das wurde alles erst vor 50 Jahren herausgefunden. Und natürlich wurden sie auch hier prunkvoll mit Gold begraben um ein schönes Leben nach den Tod zu haben. Vieles davon haben sich die Grabräuber gegriffen und auf dem Schwarzmarkt verkauft.

Gegen Mittag fuhren wir dann zu einem Restaurant mit genialem Ausblick und loungigem Mobiliar.

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Angekommen in Ollantaytambo gingen wir in ein altes Haus, welches echt ein bisschen grausam rüberkam.
Das Haus mit einer Fläche von 40qm hatten keine Raumtrennung und bestand nur aus einem riesigen Raum mit schwarzen Wänden. Dort liefen bestimmt 40 Meerschweinchen herum und an der Wand waren 3 Menschenschädel aufgestellt.

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Laut Fernando’s Erklärung wollten manche Inka die Nähe zu ihren verstorbenen Verwandten bewahren und haben ihnen den Kopf abgetrennt um diese dann zu Haus aufzubahren.
Denn nach 30 Jahren „im“ Friedhofsberg wurden alle Leichen herausgeholt und in einem riesigen Massengrab begraben.
Ach, und die Meerschweinchen werden hier direkt vom Boden genommen, ein kleiner Genickbruch und ab in den Topf, denn Meerschweinchen sind hier eine Delikatesse.

Danach ging es noch auf die Ortsnamen gleiche Terrassen der Inka mit einem super Ausblick, denn die Sonne schien hier schon den ganzen Tag.

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Auf den Terrassen befand sich ein Stein, der wie ein Stuhl geschliffen war. Von dort aus konnte man links am Berg und rechts am Berg vorbei in die Schluchten sehen. Das war für die Inka der Jahreskalender, denn wenn die Sonne links bei Sonnenaufgang auf den Stuhl traf war es der 21.6. und das hieß, dass die Tage wieder kürzer werden und wenn sie bei Sonnenaufgang rechts durch die Schlucht auf den Stuhl traf war es der 26.12. und das hieß, dass die Tage wieder länger werden.

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Um das zu fördern gab es natürlich ein Fest und es wurden Tiere geopfert deren Herzen gegen Himmel gehalten wurden.

Zum Abend ging ich mit der 5’er Kombo Australier (Courtney, Sue, Yvette, Nathalie & Tom) im „Blue Paddy“ essen und geschlafen wurde im „Inkas Garden“

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